Häufige Fragen zum Bussystem 2027

Die BVB plant, die gesamte Busflotte bis 2027 zu modernisieren und vollständig auf batterieelektrische Busse (E-Busse) umzustellen. Sie setzt damit die gesetzliche Vorgabe um, dass ab 2027 der gesamte öV in Basel-Stadt mit 100 Prozent erneuerbarer Energie betrieben werden muss. Neben der Beschaffung von 126 E-Bussen in zwei Beschaffungsetappen 2022 und 2027 muss auch die Infrastruktur angepasst werden: Die Garage Rank muss neu gebaut und an die Anforderungen von E-Bussen angepasst werden. Zudem werden an fünf Endhaltestellen von längeren Buslinien Gelegenheitsladestationen installiert, an denen die E-Busse auf der Strecke Energie nachladen können. Damit die Umstellung auf das E-Bussystem erfolgen kann, muss der Grosse Rat des Kantons Basel-Stadt die nötigen finanziellen Mittel bewilligen. Hier finden Sie Antworten auf die häufigsten Fragen.

Warum setzt die BVB auf E-Busse?
Wie sieht die Umweltbilanz von E-Bussen aus?
Welche Erfahrungen hat die BVB mit dem Pilotbetrieb des «Stromnibus» gemacht?
Wie werden die E-Busse aufgeladen?
Wie, wann und welche E-Busse werden beschafft?
Warum schreibt die BVB die Beschaffung der ersten 62 E-Busse schon öffentlich aus, obwohl der Grosse Rat die dafür nötigen finanziellen Mittel noch gar nicht bewilligt hat?
Warum muss die Garage Rank neu gebaut werden?
Wo werden die Busse während den Bauarbeiten an der Garage Rank abgestellt?
Warum dauern die Bauarbeiten für die neue Garage Rank rund fünf Jahre?
Was passiert mit den alten Batterien?
Wie viel kostet die Umstellung auf das E-Bussystem?
Was ändert sich mit dem Bussystem 2027 für die Fahrgäste und die Basler Bevölkerung?


Warum setzt die BVB auf E-Busse?

Die BVB hat verschiedene Antriebstechnologien, welche die gesetzliche Vorgabe auf 100 Prozent erneuerbare Energie erfüllen, geprüft. Sie hat sich aus verschiedenen Gründen für E-Busse entschieden:

E-Busse haben eine gute Umweltbilanz, sofern sie wie bei der BVB mit 100% erneuerbarem Strom geladen werden. Sie stossen beim Fahren keine Abgase (CO2, Stickoxide, weniger Partikel) aus und sind über den gesamten Lebenszyklus deutlich umweltfreundlicher als z.B. Dieselbusse. E-Busse sind auch leiser als die heutigen Busse, besonders bei tiefen Geschwindigkeiten, beim Beschleunigen und an Haltestellen. Sie sind sehr energieeffizient und können beim Bremsen Energie zurückgewinnen. Gerade im Stadtverkehr mit vielen Bremsvorgängen ist dies ein grosser Vorteil. So gewinnt der «Stromnibus» der BVB beim Bremsen rund 40 Prozent der Energie wieder zurück. Schliesslich sind E-Busse langfristig auch die wirtschaftlichste Lösung für das BVB-Netz. Zudem setzen auch verschiedene andere Städte wie z.B. München oder Hamburg auf E-Busse.

Mehr dazu finden Sie im Factsheet zu den Umweltauswirkungen, zu den Antriebsformen und zu den Lärmemissionen.

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Wie sieht die Umweltbilanz von E-Bussen aus?

Entscheidend für die Umweltbilanz von E-Bussen ist die Art des Stroms, mit dem sie fahren. Die BVB verwendet dafür – wie schon bei den Trams – 100% erneuerbarer Strom. Beim Fahren selbst stossen E-Busse keine Abgase aus. Es werden also keine giftigen Stickoxide, kein CO2 und keine Partikel ausgestossen. Jährlich spart die zukünftige E-Busflotte im Vergleich zur heutigen Busflotte rund 10’000 Tonnen CO2 ein. Das entspricht etwa dem jährlichen CO2-Ausstoss von 3500 durchschnittlichen Autos. Über den gesamten Lebenszyklus inklusive Produktion der Batterien verursacht die E-Busflotte im Vergleich zur heutigen Busflotte rund 85% weniger CO2, weil sie beim Fahren keinerlei CO2 ausstösst. Bereits nach rund zwei Jahren ist der ökologische Aufwand für die Produktion der Zukunftsflotte (insbesondere Produktion der Batterien) wegen der deutlich geringeren CO2-Emissionen im Fahrbetrieb ausgeglichen. Die Umweltbilanz von E-Bussen ist also deutlich besser als diejenige der bestehenden Busflotte.

Mehr dazu finden Sie im Factsheet zu den Umweltauswirkungen.

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Welche Erfahrungen hat die BVB mit dem Pilotbetrieb des «Stromnibus» gemacht?

Seit Februar 2019 verkehrt ein 18-Meter-E-Bus des niederländischen Herstellers VDL auf verschiedenen BVB-Linien. Er trägt den Namen «Stromnibus». Seine Reichweite mit einer Batterieladung liegt zwischen 80 und 150 Kilometern. Sie ist abhängig von der Topografie, dem Fahrgastaufkommen und insbesondere von der Temperatur: Bei tiefen Temperaturen ist der Energieverbrauch höher als bei warmem Wetter, weil die Heizung relativ viel Energie verbraucht. Der Energieverbrauch ist aber deutlich tiefer, als die BVB erwartet hatte. Das liegt unter anderem daran, dass der Stromnibus beim Bremsen rund 40 Prozent der Energie zurückgewinnt (sogenannte «Rekuperation»). Der Elektroantrieb funktioniert sehr zuverlässig und die BVB ist sehr zufrieden mit dem E-Bus.

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Wie werden die E-Busse aufgeladen?

Für die Umstellung auf das E-Bussystem muss die nötige Ladeinfrastruktur aufgebaut werden. Die E-Busse werden hauptsächlich in der Garage Rank geladen, die neu gebaut und mit Ladestationen ausgestattet werden muss. An fünf Endhaltestellen sind zusätzlich dazu Gelegenheitsladestationen vorgesehen, an denen die E-Busse während dem Endaufenthalt Energie nachladen können. Damit wird das gesamte Bussystem flexibler und es müssen weniger E-Busse beschafft werden. Die gesamte Traktionsstromversorgung liegt in der Verantwortung von IWB (Industrielle Werke Basel).

Mehr dazu finden Sie im Factsheet zur Depotladung/Gelegenheitsladung und zum Neubau der Garage Rank.

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Wie, wann und welche E-Busse werden beschafft?

Insgesamt plant die BVB die Beschaffung von 126 E-Bussen. 2022 sollen 62 E-Busse beschafft werden, 2027 weitere 64 E-Busse. Bei der Beschaffungsetappe werden auch acht E-Doppelgelenkbusse für die Linie 50 beschafft, weil diese an ihre Kapazitätsgrenze stösst. Doppelgelenkbusse sind mit rund 25 Metern Länge länger als Gelenkbusse (18 Meter) und können pro Bus rund 50% mehr Fahrgäste transportieren. Mit den acht E-Doppelgelenkbussen kann die Beförderungskapazität auf der Linie 50 um 17 Prozent gesteigert werden. Und zwar bei praktisch gleichbleibenden betrieblichen Kosten. Testfahrten auf der Linie 50 haben gezeigt, dass der Einsatz von Doppelgelenkbussen ohne grössere Anpassungen an der Infrastruktur möglich ist. Die Doppelgelenkbusse werden mit Gelegenheitsladestationen geladen.

Mehr dazu finden Sie im Factsheet Doppelgelenkbusse.

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Warum schreibt die BVB die Beschaffung der ersten 62 E-Busse schon öffentlich aus, obwohl der Grosse Rat die dafür nötigen finanziellen Mittel noch gar nicht bewilligt hat?

Die öffentliche Ausschreibung der 62 E-Busse der ersten Beschaffungsetappe erfolgt unter dem Vorbehalt der Zustimmung des Grossen Rats respektive im Falle eines Referendums der Baselstädtischen Stimmbevölkerung zum vorgelegten Darlehensbegehren. Um im Zeitplan zu bleiben, muss die Ausschreibung aber schon vor dem Grossratsentscheid erfolgen. Dieses Vorgehen ist bei Fahrzeugbeschaffungen üblich.

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Warum muss die Garage Rank neu gebaut werden?

Die Garage Rank ist heute der einzige Standort zum Abstellen und zur Instandhaltung der Busse. Sie wurde in den 1950er-Jahren gebaut und in den 1970er-Jahren erweitert. Sie erfüllt die Anforderungen an eine moderne Garage nicht mehr. Sie müsste beispielsweise erdbebenertüchtigt werden. Zudem ist sie schon heute zu klein und es können nicht mehr alle Busse in der Abstellanlage selbst abgestellt werden. Und schliesslich ist es auch wirtschaftlich nicht sinnvoll, Anpassungen oder Erweiterungen an der sanierungsbedürftigen Garage vorzunehmen. Aus all diesen Gründen muss die Garage Rank neu gebaut werden, auch unabhängig vom Wechsel auf das E-Bussystem.

Dazu sind auf dem Areal der Garage Rank zwei voneinander getrennte Gebäude geplant: eine Abstellanlage und eine Werkstatt für die Instandhaltung der Busse. Diese Trennung hat den Vorteil, dass jedes Gebäude gemäss seiner Hauptnutzung konzipiert und genutzt werden kann.

Mehr Informationen finden Sie im Factsheet Neubau der Garage Rank.

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Wo werden die Busse während den Bauarbeiten an der Garage Rank abgestellt?

Während den Bauarbeiten an der Garage Rank werden die Busse auf zwei Provisorien abgestellt: Die meisten der 2022 zu beschaffenden E-Busse werden in der Messehalle 3 abgestellt, die mit der entsprechenden Ladeinfrastruktur ausgerüstet wird. Die restlichen E-Busse und noch verbleibenden Dieselbusse werden auf dem Swisslife-Areal im Klybeck (ehemaliges BASF-Areal) abgestellt. Die Instandhaltung der Busse findet hingegen auch während der Bauarbeiten an der Garage Rank auf dem Areal Rank statt: Zuerst wird das neue Werkstattgebäude gebaut, wobei während den Bauarbeiten noch die heutige Werkstatt genutzt wird. Danach beginnen die Bauarbeiten an der Abstellanlage und die Instandhaltung der Busse findet bereits im neuen Werkstattgebäude statt. Die Provisorien werden nach dem Ende der Bauarbeiten an der Garage Rank wieder zurückgebaut.

Mehr Informationen finden Sie im Factsheet Neubau der Garage Rank.

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Warum dauern die Bauarbeiten für die neue Garage Rank rund fünf Jahre?

Auch während den Bauarbeiten an der neuen Garage Rank müssen die Busse gewartet werden. Dies ist nur in der heutigen Garage Rank möglich. Darum wird die neue Garage Rank etappiert gebaut: Zuerst werden die heutigen Abstellhallen abgerissen und das neue Werkstattgebäude gebaut. Während diesen Bauarbeiten findet die Instandhaltung der Busse weiterhin in der heutigen Werkstatt in der Garage statt. Sobald das neue Werkstattgebäude fertig ist, erfolgt die Instandhaltung von dort. Danach wird die Abstellanlage gebaut. Wegen dieser Etappierung dauern die Bauarbeiten insgesamt rund fünf Jahre.

Mehr Informationen finden Sie im Factsheet Neubau der Garage Rank.

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Was passiert mit den alten Batterien?

Die Batterien eines E-Busses haben eine Lebensdauer von etwa sieben Jahren. Zu diesem Zeitpunkt weisen sie noch etwa 80 Prozent ihrer Kapazität auf. Das reicht für eine zweite Anwendung als stationärer Energiespeicher, beispielsweise von Solaranlagen, gut aus. Wenn das nicht möglich ist oder in Frage kommt, können die Batterien rezykliert werden. Die BVB verlangt in der öffentlichen Ausschreibung für die E-Busse von den Lieferanten ein Konzept zur Weiterverwendung oder zum umweltgerechten Recycling der Batterien. Sie fordert von den Lieferanten auch einen Nachhaltigkeitsnachweis. Dabei müssen die Hersteller eine Beschaffungsstrategie speziell für Batterierohstoffe aus Entwicklungsländern nachweisen können. Nur wenn ein Hersteller diese Nachweise vorlegen kann, wird ihm der Auftrag für die Produktion der E-Busse erteilt.

Mehr dazu finden Sie im Factsheet zum Batterierecycling und zu den Batterierohstoffen.

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Wie viel kostet die Umstellung auf das E-Bussystem?

Die Umstellung auf das E-Bussystem kostet insgesamt rund 360 Mio. Franken. 308 Mio. Franken davon fallen auf Investitionen der BVB insbesondere für die E-Busse und den Neubau der Garage Rank. 52 Mio. Franken werden für die Bereitstellung der Traktionsstromversorgung benötigt. Dies liegt in der Verantwortung von IWB (Industrielle Werke Basel). Der Grosse Rat des Kantons Basel-Stadt entscheidet voraussichtlich Ende 2020 über die Freigabe dieser Mittel. Dieser Entscheid untersteht dem fakultativen Referendum.

Der Kanton Basel-Stadt hat das Bussystem 2027 im 4. Agglomerationsprogramm zur Mitfinanzierung durch den Bund angemeldet. Mit diesem Programm beteiligt sich der Bund finanziell u.a. auch an Verkehrsprojekten in den Agglomerationen. Wenn der Antrag bewilligt wird, würde sich das Darlehen des Kantons Basel-Stadt entsprechend reduzieren.

Mehr Informationen finden Sie im Factsheet Wirtschaftlichkeit und Agglomerationsprogramm.

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Was ändert sich mit dem Bussystem 2027 für die Fahrgäste und die Basler Bevölkerung?

Die Fahrgäste und die Basler Bevölkerung profitieren von einem modernen, stadtverträglichen und umweltfreundlichen Bussystem: Die grösste Änderung ist, dass E-Busse leiser sind als die aktuellen Diesel- und Gasbusse. Besonders bei tiefen Geschwindigkeiten, beim Beschleunigen und an Haltestellen machen E-Busse deutlich weniger Lärm. Die Lärmbelastung durch Busse in den Quartieren wird also abnehmen. Die Reise im Bus selbst wird komfortabler. Dank dem neusten Stand der Technik sind die E-Busse auch sicherer. Zudem stossen sie beim Fahren keine Abgase aus. Sie leisten damit auch einen wichtigen Beitrag an sauberere Luft in Basel. Insgesamt tragen sie also einen wesentlichen Teil zu einer höheren Lebensqualität in und um Basel bei.

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